Veranstaltung: | 60. Landesversammlung von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen am 7.12.2024 in Chemnitz |
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Tagesordnungspunkt: | 6.1. Wahl der Mitglieder des Landesparteirates (aus der Vorschlagsliste) |
Antragsteller*in: | Miriam Schröter (LV GRÜNE JUGEND Sachsen) |
Status: | Eingereicht |
Eingereicht: | 28.11.2024, 10:24 |
LPR3: Miriam Schröter (GRÜNE JUGEND)
Freier Text
Liebe Freund*innen,
das Verhältnis zwischen unserer Partei und der GRÜNEN JUGEND hat sich in den letzten Jahren immer weiter verschlechtert, was im September mit dem Austritt vieler Verantwortungsträger*innen aus Partei und Jugendorganisation gipfelte. Auch in Sachsen hat uns diese Entwicklung getroffen, doch ein großer Teil von uns ist geblieben. Als neue Landessprecherin der GRÜNEN JUGEND bewerbe ich mich mit der Empfehlung des Landesvorstands der GRÜNEN JUGEND Sachsen um einen Platz im Landesparteirat - vor allem um den Austausch und die inhaltliche Zusammenarbeit zwischen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und GJ wieder zu stärken und unsere Präsenz in den Parteistrukturen zu steigern.
Bei den Wahlen 2019 und 2021 war unsere Partei bei jungen Menschen stärkste Kraft. Mittlerweile hat sich das geändert und diese Entwicklung müssen wir unbedingt angehen. Denn wenn die Menschen, für deren Zukunft wir uns mit unserem Kernthema Klimaschutz einsetzen, uns nicht wählen, dann müssen wir uns dem annehmen. Das bedeutet, wir müssen die Sorgen, die junge Menschen aktuell ebenso sehr wie die Klimakrise beschäftigen, auch mehr in den Fokus nehmen. Chancen- und Bildungsgerechtigkeit, ausreichende Ausbildungsvergütung, bezahlbare Mieten und Lebensmittel, sichere Jobs mit Perspektiven und fairen Löhnen müssen groß auf unserer Agenda stehen – in Sachsen wie im Bund. Es gibt keine einfachen Antworten auf die komplexen Probleme unserer Zeit. Deshalb kann Klimaschutz nur zusammen mit guter Sozialpolitik in der breiten Masse ankommen und wir dürfen nicht zulassen, dass beides gegeneinander ausgespielt wird. Dafür möchte ich mich im Parteirat einsetzen und die Themensetzung sowie deren Bearbeitung in den kommenden Jahren begleiten.
Die Jugend ist jedoch nicht die einzige Perspektive, welche ich in den Parteirat einbringen möchte. Seit mehr als zwei Jahren arbeite ich in der Landesgeschäftsstelle und habe so das Alltagsgeschäft und die vergangenen Wahlkämpfe aus der koordinierenden, organisatorischen Perspektive erlebt. Zwar endet meine Zeit in der LGS zum Jahresende, in dieser Zeit habe ich aber unseren Landesverband kennengelernt und war viel im Kontakt mit euch in den Kreisverbänden. Dadurch habe ich wertvolle Einblicke in die Strukturen und eure Arbeit vor Ort gewonnen, die ich gern in die Arbeit im Parteirat einfließen lassen möchte. Denn natürlich haben wir oft vollkommen unterschiedliche Voraussetzungen zwischen KVen mit über 1.000 Mitgliedern, die wöchentlich mehr werden und KVen, die um jedes neue Mitglied und generell um die Existenz im ländlichen Raum kämpfen.
Aber auch die Struktur und die Kapazitäten der Landesgeschäftsstelle, als Ermöglicherin, Koordinatorin und Dienstleisterin müssen bei Entscheidungen bedacht werden. Als Landesverband sind wir mittlerweile auf über 4.200 Mitglieder gewachsen, in der Landesgeschäftsstelle sind die Strukturen aber nicht im gleichen Maße gewachsen. Der erhöhte Organisationsaufwand, Strukturprozesse zu Professionalisierung und Digitalisierung sowie das stete Jonglieren mit knappen finanziellen Ressourcen erfordern sehr viel Kraft. Deswegen ist es wichtig, diese begrenzten Kapazitäten bei der Erstellung von Plänen und Zeitschienen zu bedenken. Gleichzeitig weiß ich aber auch um die Kompetenzen in der Landesgeschäftsstelle, welche oft noch besser genutzt werden könnten.
Ich möchte jedoch noch ein weiteres Thema in den Fokus rücken: Seit 2023 darf ich die Rolle der Ombudsperson für sexualisierte Gewalt in unserem Landesverband bekleiden. Diese Struktur ist wichtig, da sexualisierte Gewalt in unserer Gesellschaft täglich stattfindet und auch unsere Partei nicht frei davon ist. Trotzdessen sind die Ombudsstrukturen relativ unbekannt, was bedeutet, dass Betroffene eventuell nicht wissen, an welche Stelle sie sich im Landesverband wenden können. Das möchte ich ändern und die Ombudsstruktur als Teil der Verbandskultur etablieren. Hierzu zählt einerseits, dass das Thema sexualisierte Gewalt ins Bewusstsein unserer Mitglieder gerückt und auch in der Gremienarbeit bedacht werden muss. Andererseits müssen wir die Ombudsstelle mit weiteren Personen besetzen. Die Struktur kann nur wirksam funktionieren, wenn es ein Team aus mehreren geschulten Mitgliedern gibt. Deswegen möchte ich mich dafür einsetzen, weitere Menschen für diese wichtige Aufgabe zu gewinnen und die Ombudsarbeit generell bekannter in unserem Landesverband zu machen.
Liebe Freund*innen, das ist mein Angebot an euch und ich würde mich wirklich sehr darüber freuen, dem neuen Landesparteirat anzugehören. Abseits der oben genannten Themenfelder möchte ich euch ebenfalls bitten, immer gern mit Vorschlägen und Anmerkungen auf mich zuzukommen.
Herzliche Grüße und wir sehen uns in Chemnitz
Eure Miri
Lebenslauf:
- 2001 geboren und aufgewachsen im Landkreis Görlitz
- 2018-2021 Ausbildung zur Fachangestellten für Markt- und Sozialforschung beim Statistischen Landesamt in Kamenz
- 2021-2022 Verwaltungsangestellte im Statistischen Landesamt im Bereich Todesursachenstatistik & Registerzensus
- 2021-2023 berufsbegleitende Fortbildung zur geprüften Wirtschaftsfachwirtin
- seit 09/2022 Referentin für Organisation & Verwaltung in der bündnisgrünen Landesgeschäftsstelle
- seit 10/2024 Bachelorstudium Pädagogik an der TU Chemnitz
Politische Vita:
- seit Frühjahr 2021 Mitglied bei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und GRÜNER JUGEND im KV Dresden
- 11/2022-06/2023 Vorstandsmitglied GJ Dresden
- 10/2023-10/2024 Beisitzerin und queer- & frauenpolitische Sprecherin im Landesvorstand der GJ Sachsen
- Seit 10/2024 Landessprecherin der GRÜNEN JUGEND Sachsen